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Das Grundrecht der Gewissensfreiheit
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Paul Tiedemann

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Vorwort

Jedes menschliche Individuum ist ein moralisches Subjekt. Menschen sind die einzigen Wesen, die zwischen Gut und Böse unterscheiden können. Die moralische Verantwortung für das eigene Handeln gehört daher unveräußerlich zur menschlichen Existenz. Die Achtung der moralischen Kompetenz und Integrität des Menschen ist deshalb unverzichtbares Element der Achtung vor der menschlichen Würde.

Moralische Verantwortung ist nicht delegierbar. Sie bleibt auch dann Aufgabe des Individuums, wenn dieses in kooperative Strukturen, in Organisationen und Institutionen integriert ist. Gesellschaftliche Strukturen, die die Freiheit des individuellen Gewissens nicht anerkennen, verletzen die Würde ihrer Mitglieder. Bürger, die ihre Mitwirkung am gesellschaftlichen Prozeß nicht auch zu einer Gewissenssache machen, handeln unverantwortlich.

Das Recht der Gewissensfreiheit ist das älteste der historisch deklarierten und anerkannten Menschenrechte. Aber seine Implikationen sind bis heute nur sehr eingeschränkt anerkannt. Insbesondere wird es häufig auf den spirituell-religiösen Lebensbereich beschränkt. Erst im 20. Jahrhundert entwickelt sich allmählich - beginnend mit der Anerkennung eines Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen - das Bewußtsein dafür, daß Gewissensfreiheit im Zusammenhang mit moralischer Verantwortung auch des individuellen gesellschaftlichen Handelns wahrgenommen werden muß.

Diesen Bewußtwerdungsprozeß will die vorliegende Datenbank fördern. Sie soll die wissenschaftliche Erforschung der Gewissensfreiheit und ihrer Implikationen erleichtern. Zu diesem Zweck soll das philosophische, historische und vor allem auch das juristische Schrifttum und die Rechtsprechung zu diesem Thema gesammelt und dokumentiert werden.

Der Herausgeber kann diese Arbeit auf Dauer nicht allein leisten. Er ist daher auf Mithilfe angewiesen. Die Benutzer werden daher gebeten, kurze Inhaltsangaben von Publikationen und Judikaten, die das Thema betreffen, anzufertigen und dem Herausgeber per E-Mail zuzusenden, sofern der Text nicht schon dokumentiert ist.

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