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Das Grundrecht der Gewissensfreiheit
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Paul Tiedemann

8. Straftaten aus Gewissensgründen
8.2. Literatur
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Eichholz, Georg

Der Gewissenstäter. Die Geschichte der strafrechtlichen Privilegien.

Dissertation Bonn 1971

1. Im ersten Teil seiner Dissertation untersucht Eichholz die Entwicklung der strafrechtlichen Behandlung des politisch motivierten Täters bis 1871. Das römisch-rechtlichen Privileg der Standesgerichtsbarkeit, das über die italienischen Universitäten in das deutsche Reichsrecht einfloß, wurde im 19. Jahrhundert überwunden. Die politischen Delikte erlangten seitdem eine Sonderstellung.

2. Im zweiten Teil zeigt Eichholz die Entwicklung seit 1871 vom Gesinnungstäter im deutschen Kaiserreich, über den Überzeugungstäter in der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus zum Gewissenstäter in der BRD und der DDR. Er widmet sich insbesondere der Strafrechtsreform und der höchstrichterlichen Strafrechtsjudikation. Seine Arbeit endet mit einem Gesetzesvorschlag, der - ausgenommen im Fall des Angriffs auf das Leben - die Strafe des Gewissenstäters in Sicherungsverwahrung von gleicher Dauer umwandeln will. hm