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DAS GRUNDRECHT DER GEWISSENSFREIHEIT
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Dr. phil. Paul Tiedemann

7. Schulpflichtverletzung aus Gewissensgründen
7.3 Rechtsprechung
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Schweizerisches Bundesgericht (BGer), Lausanne
Urteil v. 24.10.2008
Az.: 2C_149/2008
EuGRZ 2009, 121
Volltext im Internet

Der obligatorische, gemischt-geschlechtliche Schwimmunterricht an öffentlichen Grundschulen auch für muslimische Kinder ist kein unzulässiger Eingriff in die Religionsfreiheit. Das BGer gibt damit seine Rechtsprechung von 1993 (BGE 119, Ia 178ff - EuGRZ 1993, 400) auf, weil die seitdem eingetretene Änderung hinsichtlich der religiösen Zusammensetzung der Wohnbevölkerung in der Schweiz (damals ca.152.200 Moslems, heute etwa 400.000) und die heutige "multikulturelle Schulrealität" eine neue und andere Interessenabwägung verlange, die das heute größere Bedürfnis nach Einbindung der Kinder aus anderen Kulturen in die hier geltenden Rahmenbedingungen verlange. [pt]