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DAS GRUNDRECHT DER GEWISSENSFREIHEIT
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Dr. phil. Paul Tiedemann

7. Schulpflichtverletzung aus Gewissensgründen
7.3 Rechtsprechung
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VG Hamburg
Beschluss v. 14.04.2005
11 E 1044/05
NVwZ-RR 2006, 121-123

Ein 9-jähriges Mädchen aus der islamischen Glaubensrichtung der Ahmadiyya muss am Schwimmunterricht der Schule teilnehmen. Die Antragsteller haben nicht hinreichend dargelegt, dass das Kind durch verbindliche Ge- und Verbote des Glaubens gehindert sei, am Schwimmunterricht teilzunehmen. Soweit auf Suren des Koran verwiesen wird, handeln diese nur von der Kleidung der geschlechtsreifen Frau und nicht von denen von Kindern. Das Mädchen nimmt außerdem unwidersprochen am koedukativen Sportunterricht teil. Daher ist es nicht nachvollziehbar, warum der Schwimmunterricht zu Gewissenskonflikten führen soll. Zwar wird anerkannt, dass auch die Erziehung zur Schamhaftigkeit Bestandteil des Glaubens ist. Es ist aber nicht ersichtlich, wie dem der Schwimmunterricht in angemessener Badekleidung entgegenstehen soll. [pt]