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Das Grundrecht der Gewissensfreiheit
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Paul Tiedemann

3. Kriegs- und Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen
3.2. Literatur
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Gerd Höhler
Athener Reformer machen Kriegsdienstverweigerung zu einem Privileg
Die lang hinausgezögerte Novelle des Wehrdienstes kennt nur ein Ziel - die Zahl der Ziviuldienstleistenden niedrig zu halten
in: Frankfurter Rundschau v. 17.6.1997 S. 3

Einem Beschluß des Europarates aus dem Jahre 1983 nunmehr nachkommend, führt Griechenland als letztes EU-Land einen zivilen Ersatzdienst für Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen ein. Die Zivildienstzeit ist doppelt so lang wie die Wehrdienstzeit (36 Monate). Der Ersatzdienst ist möglichst weit vom Heimatort und weit von großen Städten entfernt zu leisten. Schon wegen des geringen Solds werden sich nach Einschätzung griechischer KDV-Verbände nur die Söhne reicher Eltern den Zivildienst leisten können.
Die neue Regelung ist verfassungsrechtlich umstritten, weil die griechische Verfassung alle Bürger zur "Verteidigung des Vaterlandes" verpflichtet. [pt]