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Das Grundrecht der Gewissensfreiheit
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Paul Tiedemann

0. Gewissensfreiheit allgemein
0.2 Theologische Literatur
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Rudolf Lill
"Gewissensfreiheit: Albernes Geschwätz"
Unhaltbare Lehräußerungen von Päpsten sind in der Kirchengeschichte nichts Neues.
In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 160 v. 15.07.1969 S. 17

Nach der Niederschlagung des ersten ernsthaften Aufstandes im Kirchenstaat verkündete Papst Gregor XVI 1832 die Enzyklika "Mirari vos". Damit wurde eine Reihe jener päpstlichen Verlautbarungen eingeleitet, welche eine Abgrenzung der katholischen Lehre von neuen liberalen Ideen vollzogen.

In mirari vos wird das Menschenrecht der Gewissensreiheit als albernes Geschwätz (deliramentum) und "ganz verderblicher Irrtum" (pestilentissimus error) bezeichnet, als eine Folge der sich ausbreitenden und für Kirche und Staat gefährlichen Meinungsfreiheit. [pt]

Sein Nachfolger Pius IX (1846-1878) erließ die Enzyklika Quanta curia von 1864. Diese enthält in einem Anhang (syllabus) eine Liste von achtzig schon früher verdammten Thesen.

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