Inhaltsliste
Das Grundrecht der Gewissensfreiheit
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Paul Tiedemann

0. Gewissensfreiheit allgemein
0.1 Philosophische Literatur
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Stephan Wehowski
Über Verantwortung
Von der Kunst, seinem Gewissen zu folgen
München: Verlag C.H.Beck 1999

Aus dem Klappentext:
Verantwortung ist Lebenskunst: Darin besteht der Kerngedanke des Buches. Sie erfordert Umsicht, Überlegung. Wie jede Kunst erweitert sie den Blick nach innen und nach außen. Die Stimme des Gewissens kann erstaunlich genaue Auskünfte erteilen. Aber wir leben in einer Zeit der "organisierten Unverantwortlichkeit", wie der Soziologe Ulrich Beck sagt. Ist es da überhaupt noch sinnvoll, an die Verantwortungsbereitschaft des Einzelnen zu appelieren? Der Autor beschreibt Wege im Gewirr vielfältiger Abhängigkeiten. In den Spannungsfeldern unseres Alltags bekommt für ihn das Gewissen des Einzelnen eine immer größere Bedeutung.

Aus der Einleitung:
Wer seiner Verantwortung ausweicht, verschwindet als Mensch. ... Denn der Mensch will mehr sein als ein berechenbarer Faktor oder ein Rädchen im Getriebe. Dazu gehört die Freude daran, seine Handlungen so zu gestalten, dass man mit sich selbst ins Reine kommt. Das ist auch in unserer komplexen und nur schwer überschaubaren Gesellschaft möglich.

Aus dem Kapitel "Verantwortung - eine Illusion":
Selbst wenn das Gewissen eine Illusion wäre, so müsste man sagen, dass sie eine verdammt gute Illusion ist, denn spontan sind uns Menschen mit Gewissen lieber als solche ohne. Wenn jenmand sagt, er habe kein Gewissen, denn er wisse gar nicht, worum es sich bei einer solchen Einrichtung nüchtern betrachtet handeln solle, dann schrillen die Alarmglocken. Ein solcher Menschn könnte uns Schaden zufügen und verständnislos auf jede Klage darüber reagieren. Und bei genauerer Untersuchung würde man vielleicht feststellen, dass dieser Mensch gar nicht in der Lage ist, sich in uns hineinzuversetzen und nachzuempfinden, was er angerichtet hat. Dieses Beispiel ist nicht aus der Luft gegriffen. Gerichtspsychiater wissen davon zu berichten, dass manche besonders agressive Gewalttäter hier tatsächlich einen blinden Fleck haben. Sie erinnern an Katzen, die spielerisch Mäuse töten.

Inhalt

Einleitung

Die organisierte Unverantwortlichkeit
Grenzen des Einzelnen

Strukturen der Verantwortung
Wie sich Individuen durchsetzen können

Die Schwere der Verantwortung
Komitees, Gott und das Gewissen des Einzelnen

Verführung
Wie der Mench aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann

Rational Choice
Die neue Religion des Egoismus

Individualismus und Altruismus
An sich selbst denken und anderen helfen

Symbolische Verantwortung
Warum Personen immer wichtiger werden.

Verantwortung für die Geschichte
Die Würde des einzelnen Menschen und seine Scham für die Taten anderer

Verantwortung - eine Illusion?
Die unklare Adresse des Ich

Die Erfahrung der Freiheit
Sich frei denken und frei handeln

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