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Das Grundrecht der Gewissensfreiheit
Eine bibliographische Datenbank
herausgegeben von Dr. iur. Paul Tiedemann

0. Gewissensfreiheit allgemein
0.1 Philosophische Literatur
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L.M. Archangelski
Das Gewissen
in: Jürgen Blühdorn (Hrsg.): Das Gewissen in der Diskussion
Darmstadt ( WBG) 1. Aufl. 1976 S. 353ff

Im Gewissen kommt der gesellschaftliche Charakter der Moral zum Ausdruck. (S. 353) Im Gewissen bewertet der Mensch sein eigenes Verhalten am Maßstab der Normen der Moral, der er unterliegt. (S. 353) Der Begriff des Gewissens hat für die Angehörigen verschiedener Klassen nicht den gleichen Inhalt. (S. 355) Für die Werktätigen ist alles das gerecht, was die tatsächliche Gleichheit der Menschen, was ihre Freiheit von der Ausbeutung gewährleistet. Für den Ausbeuter ist das gerecht, was die Interessen der Minderheit schützt. Dazu gehören auch Lüge, Betrug, Bestechung und Intrige. (S. 356) In der kapitalistischen Gesellschaft ist die Gewissenlosigkeit keine Untugend einzelner, sondern in ihr offenbart sich der Amoralismus der ganzen kapitalistischen Ordnung. (S. 358)(

Der wahre Inhalt des Gewissens offenbart sich in der Moral der werktätigen Klassen. Er reduziet sich nicht auf die elementarsten Regeln des Zusammenlebens, der Anständighkeit und Wahrhaftigkeit, sondern sein Kriterium ist der Kampf um die Zukunft der Nation und um den sozialen Fortschritts. (S. 362)

"Im Kommunismus werden der Staat und das Recht und damit jeglicher Zwang überflüssig sein, und die Strafe wird hier nur noch ein Urteil sein, das der Schuldige über sich selbst fällt. Zugleich wird die schon heute unverkennbare Bedeutung des Gewissens nicht nur als eines strengen Richters, sondern auch als eines Antriebes zu edlen und erhabenen Taten in nie dagewesenem Ausmaße wachsen." (S. 383)

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